Musée Suisse du tir Berne

05.02.2021: Inventarisierung im Schweizer Schützenmuseum – Teil 3

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Parallel zum allgemeinen Inventarisierungsprojekt startete im Mai 2019 jenes der Fahnensammlung.

Bald nach ihrer Amtsübernahme im Februar 2017 musste Regula Berger, Direktorin des SMB, feststellen, dass die meisten Fahnen in einem teils lamentablen Zustand auf dem Estrich des Museums aufbewahrt wurden. Abgesehen von der erschwerten Zugänglichkeit spottete die konservatorische Aufbewahrung jeder musealen Beschreibung. Darum gleiste sie mit Unterstützung des Stiftungsrates das Fahnenprojekt auf mit dem Ziel, erstens eine Kompaktusanlage für eine adäquate, also möglichst fachgerechte Aufbewahrung der Fahnen anzuschaffen und zweitens die Fahnen von einer Textilkonservatorin behandeln und in die Datenbank MuseumPlus aufnehmen zu lassen. In der Person von Stefanie Göckeritz konnte erstere gefunden werden, die ab Mai 2019 über mehrere Monate hinweg den Bestand von etwas mehr als 200 Fahnen begutachtete, fotografierte sowie die entsprechenden Daten aufnahm.

Leider verzögerte sich der geplante Einbau der massgeschneiderten Fahnenschränke wegen statischer Probleme, da die betroffene Kellerdecke zuerst baulich abgestützt werden musste. Diese baulichen Massnahmen brachten neben ausserordentlichen finanziellen Herausforderungen grosse organisatorische mit sich. Nach dem Einbau der Kompaktusanlage konnte Stefanie Göckeritz die zwischengelagerten Fahnen ab Herbst 2020 darin fachgerecht unterbringen.

Bei der Aufnahme der Daten zu den Fahnen und dem Fahnenzubehör mussten ferner Anpassungen an der Datenbank MuseumPlus vorgenommen werden. Damit Fahnenzubehör wie Schleifen, Stangen, Tragegurte usw. mit dem Hauptdatensatz verbunden werden konnte, musste die vorhandene Datensatzstruktur «Teilobjekt» an unsere Bedürfnisse angepasst werden. Erst danach konnten diese Teilobjekte, die zuvor im Bemerkungsfeld des Hauptobjektes standen, separat erfasst werden. So wurden die rund 210 Datensätzen zu den Fahnen mit rund 100 weiteren ergänzt.

Darüber hinaus tauchten in den letzten Monaten immer wieder Fahnen, Fähnchen und Textilien wie Schützentücher im Depot auf, so dass sich der Abschluss des Fahnenprojekts immer wieder hinauszögerte. Doch gestern konnte es erfolgreich beendet werden.

Peter Weber, Sammlungsverantwortlicher im Schützenmuseum 

 

Das Projekt konnte nur dank umfangreichen Drittmitteln realisiert werden.